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Tapetenherstellung
Wie wird Tapete hergestellt ?
Ausgangspunkt ist ein zu bedruckendes Trägermaterial. Von speziellen Tapeten (Glasgewebe-, Metall-, Gras-, Kork-, Textil- und andere Tapeten) abgesehen, werden Tapeten entweder auf Papier- oder Vliesbasis hergestellt. Dabei sind die konkret eingesetzten Materialien von der Qualität des jeweiligen Endprodukt abhängig. Im Folgenden möchten wir Ihnen die einzelnen Herstellungsverfahren vorstellen, ohne damit einen Anspruch auf Vollständigkeit erheben zu wollen. Das liegt einfach daran, dass im Tapetenbereich keine eindeutigen Begriffsstandards existieren und die Bezeichnung der Tapeten z.T. der aktuellen Mode unterliegen.
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Leimdrucktapeten
Tiefdrucktapeten Schaumvinyltapeten/Siebdruck Prägetapeten Acrylschaumtapeten Flachvinyltapeten Satintapeten Sisaltapeten |
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Leimdrucktapeten
Leimdruck ist das ursprüngliche maschinelle Druckverfahren (über 100 Jahre alt), welches den
Handdruck abgelöst hat. Damit konnten Tapeten effektiver hergestellt werden und waren auch für den Normalverbraucher
bezahlbar. Das Druckverfahren erhielt
seinen Namen durch das in der Farbe verwendete Bindemittel (Leim). Ursprünglich wurden in diesem so
genannten Hochdruckverfahren (die druckenden Flächen stehen höher als der Druckzylinder) Tapeten mit
bis zu 12 Farben auf einem holzhaltigen Papier hergestellt. Diese Tapeten hatten in der Vergangenheit
keinen schützenden überzug, sodass sie nicht wischfest waren.
Heute werden Sie Leimdrucktapeten nur noch selten finden,
weil das Produktionsverfahren aufwändig ist. Nichtsdestoweniger haben diese Tapeten ihren eigenen Charme,
da man an ihnen noch ein gewisses Maß an Handwerk und Exklusivität erkennt. Die Qualität mit meist
abwaschbarer Oberfläche ist nicht mehr mit dem ursprünglichem Leimdruck vergleichbar. Es ist ein
Hochwertprodukt, das auch auf Vliesbasis hergestellt wird.
Als Tiefdruck wird heute fast nur noch die Basistechnologie für den Druck von Tapeten und
Bordüren bezeichnet. Reine Tiefdrucktapeten werden heute kaum noch hergestellt. Wie der Name schon sagt,
befindet sich beim Tiefdruck die Farbe in Rasternäpfchen, die mit Hilfe einer Gegendruckwalze (Presseur)
auf die Papier- oder Vliesbahn übertragen wird. Gängige Tiefdruckmaschinen haben bis zu 6 Druckwerke,
was gleichbedeutend mit der Anzahl der Farben ist. Diese Zahl ist für die Gestaltung völlig ausreichend, da Schattierungen
(Helligkeitssteuerung) über die Form der Rasternäpfchen gesteuert und Mischfarben durch übereianderdruck erreicht werden.

Der Siebdruck ist ein Druckverfahren, bei dem die Druckfarbe mit einem Rakel durch eine Siebdruckform auf das Trägermaterial gedruckt wird. Im Vergleich zu den anderen Druckverfahren ist die Druckgeschwindigkeit allerdings relativ gering. Der Siebdruck wird als Durchdruck bezeichnet, da die druckenden Stellen der Siebdruckform farbdurchlässig sind. Der Siebdruck gilt historisch gesehen als viertes Druckverfahren. Vorrangig wird der Siebdruck für die Herstellung von Schaumvinyltapeten verwendet.
PrägetapetenBei der Prägetapete handelt es sich um eine Tapetenart, bei der zuerst im Tiefdruck ein holzfreies Papier bedruckt wird. Danach wird diese bedruckte Tapetenbahn mit einer zweiten holzhaltigen Papierbahn kaschiert, im nassen Zustand geprägt und anschließend getrocknet. Dadurch behält die Tapete weitgehend ihre dreidimensionale Form. Es gibt auch Herstellungsverfahren, bei denen die holzfreie Oberbahn zuerst geprägt und anschließend mit der Rückseitenbahn kaschiert wird. Dadurch ist die Rückseite dieser Prägetapete glatt.
AcrylschaumtapetenÄhnlich wie bei der Prägetapete wird diese Tapete in zwei Fertigungsschritten hergestellt. Dabei wird wiederum im ersten Schritt die Farbgebung (z.B. Tiefdruck) und im zweiten Schritt der Acrylauftrag vorgenommen. Das aufgetragene Acryl wird anschließend in einem Trockenkanal aufgeschäumt. Vorteil dieser Tapetenart ist seine gute Umweltverträglichkeit, da das Acryl physikalisch aufgeschäumt wird. Acrylschaumtapete wird in verschiedenen "Spielarten" vertrieben. Neben der normalen Acryltapete gibt es die Velourtapete und auch bei den so genannten Strukturtapeten wird man einige Hartschaumtapeten finden, die nach dem oben genannten Verfahren hergestellt sind, wobei aber die Schaumstruktur etwas verändert wurde, um die gewünschten Eigenschaften zu erzielen.
Flachvinyltapeten
Pasten aus Polyvinyl, deren Treibmittel zurückgesetzt sind (Plastisole), werden meistens im
Siebdruckverfahren auf die Papier- oder Vliesbahn aufgetragen und durch einen Hitzetunnel geführt.
Nach dem Erkalten kann der Schaum gepresst und geglättet werden. Im Tiefdruckverfahren wird das
Basismaterial bedruckt und in der Heißprägeanlage zum Teil tief in das Vinyl Muster oder Strukturen eingeprägt und anschließend gekühlt.
Zur optischen Oberflächenverschönerung werden heute teilweise Glimmer- und Quarzgranulate verwendet. Flachvinyltapeten sind scheuerbeständig,
die Prägung ist absolut standfest.
Bezeichnung für Flachvinyltapeten mit Glanzeffekt. Sisaltapeten
Sisaltapete ist im technologischen Sinn keine eigene Tapetenart. Bei Sisaltapete handelt es sich um eine spezielle Art von Vliestapete, bei der Sisalfasern (Pflanzenfasern der Agave) in ein Vliesbett eingebracht oder auf selbiges aufgebracht wurden. Damit erzielt man eine einzigartige Stabilität dieses Naturproduktes. Sisaltapete kann in unterschiedlichen Druckverfahren (meist Leim- oder Siebdruck) hergestellt werden. Auf Grund seiner hervorragenden Materialeigenschaften könnte diese Tapete der neue Favorit für Architekten werden.




