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Verarbeitung

Raumfoto 04 Vor dem Tapetenkauf sollten Sie sich in etwa über die Stilrichtung, Farbigkeit und Musterung Ihrer neuen Wände klar sein. Das riesige Angebot wirkt oft eher irritierend. Sollten Sie den Bildern auf Ihrem Monitor nicht ganz trauen, können Sie bei uns Musterabschnitte bestellen. Damit können Sie sich dann auch ein Bild über die Oberflächenbeschaffenheit der Tapeten machen. Das Tapezieren sehr komplizierter Räume, vor allem, wenn Sie von uns kostspielige Wandbekleidung bezogen haben, überlassen Sie lieber dem Fachmann. Im Normalfall spart das Selbermachen aber viel Geld und macht Spaß. Tapezieren ist das reinste Erfolgserlebnis.


Auf folgende Dinge sollten Sie achten:

Werkzeuge

Um ein perfektes Tapezier-Ergebnis zu erzielen ist das richtige Werkzeug entscheidend. Sie benötigen:
  • Andruckrolle
  • Spachtel
  • Lot
  • Cuttermesser
  • Zollstock
  • Tapezierschere
  • Tapezierspachtel
  • Kleisterbürste
  • Tapezierbürste
  • Kleistereimer
  • Bleistift
  • Tapeziertisch (evtl. ausleihen)
  • Nahtroller (konisch)
  • Tapeziermesser
  • Kanten-Schneideschiene
  • Leiter
Werkzeug 1 Werkzeug 2 Werkzeug 3 Werkzeug 4
Werkzeug 5 Werkzeug 6 Werkzeug 7 Werkzeug 8
Werkzeug 9 Werkzeug 10 Werkzeug 11 Werkzeug 12
Werkzeug 13 Werkzeug 14 Werkzeug 15 Werkzeug 16

Werkzeug 17 Sollten Sie Größeres vorhaben und öfter tapezieren wollen, lohnt sich die Anschaffung einer Kleistermaschine. Sie erleichtert und beschleunigt die Arbeit ungemein.


Bedarfsermittlung

Vor dem Kauf einer Tapete müssen die benötigten Rollen berechnet werden. Bei zu wenigen Tapetenrollen sind oft nachgekaufte Tapeten nicht mehr aus der gleichen Fertigung lieferbar, so dass sich, bei unterschiedlichen Fertigungen auf einer Wandfläche Farb- und Strukurunterschiede bemerkbar machen können. Deshalb achten Sie beim Kauf unbedingt auf gleiche Anfertigungsnummern.


Anzahl der Rollen bei einer Raumhöhe in Metern

Decke

Raumumfang
in Metern
2,10 - 2,35 2,40 - 3,05 3,10 - 4,00 Anzahl d.
Rollen

6

3

4

5

1

10

5

7

9

2

12

6

8

11

2

15

8

10

14

3

18

9

12

17

4

20

10

14

19

5

24

12

16

23

7



Feuchtigkeit

Feuchte Stellen lassen sich oft an Hand der dunklen Verfärbung der Oberfläche erkennen. Dunklere Bereiche, Schimmelpilze oder Stockflecken weisen auf erhöhte Feuchtigkeit hin. Untergründe müssen zum Zeitpunkt der Tapezierung trocken sein.



Oberflächenfestigkeit

Wenn die Oberfläche bei mäßigem Druck mit einem harten Gegenstand beschädigt wird oder ausplatzt, ist sie zu weich. Die lose und nicht tragfähige Fläche sollte entfernt und ausgebessert werden. Alte Kreideanstriche sind gründlich abzuwaschen.



Saugfähigkeit

Das Saugverhalten lässt sich durch Benetzen mit Wasser prüfen. Perlt das Wasser ab, ist ein nicht oder nur schwach saugender Untergrund vorhanden. Nicht oder schwach saugende Untergründe können angeschliffen oder abgelaugt werden. Bei höherwertigen Tapeten empfiehlt sich das Kleben einer Rollenmakulatur. Ist die Saugfähigkeit zu hoch, nimmt der Untergrund das Wasser schnell auf und zeigt sofort eine deutliche dunkle Verfärbung. Diese Untergründe sind mit einer geeigneten Beschichtung zu egalisieren.



Sauberkeit

Die Sauberkeit des Untergrundes ist ebenfalls eine Voraussetzung für reklamationsfreies Tapezieren. Verschmutzungen, Fette oder ähnliches können die Tapezierarbeit beeinträchtigen. Sie sind mit geeigneten Reinigungsmitteln zu entfernen. Auch das restlose Entfernen von alten Tapeten gehört mit zum sauberen Untergrund.



Kleber

Die Klebstoffe müssen auf die Wandbekleidung, das Klebeverfahren und den Untergrund abgestimmt sein. Es sollte nur das Klebemittel verwendet werden, das aufgrund der Tapetenqualität notwendig ist. Es wird stets mit kaltem, sauberen Wasser angesetzt. Warmes Wasser würde die Zellulose nicht aufschließen, der Kleister bliebe dünn und wässrig. Setzen Sie den Kleister bitte unbedingt nach Vorgabe des Herstellers an. Ein Verdünnen des Kleisters kann zu verminderter Klebekraft führen.



Zuschneiden der Tapetenbahn

Voraussetzung für eine optisch gute Tapezierarbeit ist das richtige Ausmessen und Zuschneiden der Tapetenbahnen. Die Tapete wird auf dem Tapeziertisch so aufgerollt, dass die Druckseite sichtbar ist. Kontrollieren Sie die Tapeten auf etwaige sichtbare Fehler, da der Hersteller bei einer Beanstandung keine Klebekosten übernimmt. Für eine Reklamation bewahren Sie bitte die Einlegezettel und fehlerhaften Rollen auf. Schneiden Sie die Bahnen entsprechend der Raumhöhe plus einer Zugabe von 5 - 10 cm zu. Mit der Zugabe werden mögliche Höhendifferenzen ausgeglichen. Beachten sie unbedingt den Muster-Rapport, der unter Umständen größere Zugaben erfordert. Die Bahnen sind gleichmäßig einzukleistern. Nach dem Einkleistern muss das Tapetenpapier weichen. Für eine straffe Klebung ohne Blasen und Falten ist dieser Vorgang besonders wichtig. Zum gleichmäßigen Durchweichen legt man die Tapetenbahnen zusammen. Dabei werden die Bahnen von beiden Seiten lose übereinander gelegt und locker, ohne zu knicken, zusammengerollt. Je nach Qualität und Papierstärke sind die Weichzeiten unterschiedlich. Das Papier sollte sich geschmeidig anfühlen. Achten Sie auf gleiche Weichzeiten bei allen Bahnen. In der Regel reichen Weichzeiten von ca. 5 - 12 Minuten. Bitte beachten Sie die Angaben der Hersteller.



Verarbeitung Papiertapeten

Das Tapezieren mit Papiertapeten erfordert umsichtiges Vorgehen, das mit dem Ausloten der ersten Bahn beginnt. Zur Kontrolle und bei längeren Wänden empfiehlt sich ein Nachloten, ebenso in jeder neuen Raumecke. Die meisten Tapeten werden auf Stoß geklebt. Die Kanten stoßen stumpf so dicht aneinander, das eine Naht kaum sichtbar ist. Leichte Korrekturen an der Naht lassen sich durch vorsichtiges Drücken und Schieben ausführen. Drücken sie die Bahnen mit einer Tapezierbürste blasenfrei an die Wand. Ausgetretene Kleisterflecke sofort mit klarem Wasser und einem weichen Tuch abtupfen. Eine ganze Tapetenbahn sollte nie durch Innenecken geklebt werden Es entstehen sonst Falten und Hohlstellen. Kleben sie die Bahn nur 2 cm um die Ecke, eventuell mehrmals quer einschneiden und andrücken..
Der Rest der Bahn wird genau in der Ecke neu ausgelotet angesetzt. Achten sie dabei auf den eventuellen Musteransatz.



Verarbeitung Vliestapeten

Immer mehr findet man in den Musterkollektionen Tapeten mit einem Trägermaterial aus Vlies. Diese neue Generation der Wandbekleidung lässt sich besonders einfach verarbeiten. Die Tapeten sind Riss überbrückend, dimensionsstabil und lassen sich bei der Renovierung restlos trocken abziehen. Zu achten ist auf einen farblich einheitlichen hellen Untergrund, da das Trägermaterial nicht blickdicht ist und Farbunterschiede im Untergrund nach dem Tapezieren noch sichtbar sein können. Der Spezialkleister wird direkt auf die Wand aufgebracht und die trockene Tapetenbahn ins Leimbett eingelegt. Austretender Kleister ist sofort mit einem sauberen Tuch aufzunehmen. Die Bahnen sind fortlaufend zu verkleben. Auch ein Einkleistern der Rückseite ist möglich. Die Tapete wird in diesem Fall ohne Weichzeit verklebt. Vliestapeten sind bei der nächsten Renovierung restlos trocken abziehbar. Die Bahn wird an der Ober- oder Unterkante vom Untergrund gelöst und mit gleichmäßigem Zug abgezogen. Der Untergrund wird nicht beschädigt und ist für die nächste Tapezierung direkt tapezierfähig.