0 Kommentare

Vliestapeten sind derzeit der Renner, ermöglichen sie doch leichtes Tapezieren. Jedenfalls versprechen das die Hersteller. Ohne Frage sind Vliestapeten eine geniale Erfindung, die vieles erleichtern, weil sie einfach tolle Eigenschaften mit sich bringen. Allerdings ist Vliestapete nicht gleich Vliestapete. Wir geben Ihnen deshalb Tipps, wie Sie Vliestapeten richtig auswählen und tapezieren.

Die Vorteile einer Vliestapete

Vliestapeten sind aus einem besonderen Trägermaterial gefertigt. Vlies ist eine Kombination aus speziellen Zellstoff- und Polyesterfasern. Heutige Vliestapeten sind frei von Lösemitteln, Formaldehyd und PVC und beinhalten keine Schwermetallverbindungen. Die Tapeten sind rissüberbrückend, dimensionsstabil und trocken abziehbar. Sie benötigen beim Tapezieren keinen Tapeziertisch, da der Kleister gleich an die Wand aufgetragen werden kann und die Tapetenbahn ins Leimbett eingelegt wird. Rissüberbrückend bedeutet, dass die Tapeten intakt bleiben, auch wenn sich Risse im Untergrund bilden, wie es bei Putz oft der Fall ist. Dimensionsstabil heißt, dass sich die Tapeten nicht ausdehnen oder zusammenziehen, wie es Papiertapeten tun. Sie können Vliestapeten also ohne Weichzeiten an die Wand bringen und sehen sofort das fertige Tapezierbild, denn die Tapeten müssen sich nicht wieder zusammenziehen. Außerdem sind Vliestapeten im Verbund mit mineralischen Untergründen schwer entflammbar nach DIN 4102 B1.

Die Vorteile auf einen Blick:
  • dimensionsstabil
  • rissüberbrückend
  • schwer entflammbar im Verbund mit mineralischen Untergründen
  • diffusionsoffen
  • hohe Reißfestigkeit
  • einfache Verarbeitung
  • tapezieren ohne Weichzeiten
  • kein Tapeziertisch notwendig
  • trocken abziehbar
Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Natürlich haben Vliestapeten nicht nur Vorteile. Vlies ist kein blickdichtes Material. Deshalb sollten Sie immer für einen gleichmäßig hellen Untergrund sorgen. Bei sehr hellen Vliestapeten mit einem nur dünnen Vliesträger können auch kleine Farbunterschiede zu sehen sein. Bei dunklen Vliestapeten ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass der Untergrund durchscheint. Ein wichtiger Punkt ist auch die Qualität des Vliesträgers. Billige Vliestapeten verfügen meist über einen sehr dünnen Vliesträger, der nicht die gewünschten vorteilhaften Eigenschaften mit sich bringt. Zum einen scheint der Untergrund mehr durch, zum anderen sind die Tapeten nicht restlos trocken abziehbar. Der Vliesträger reißt meist und das Abtapezieren wird kompliziert.

So bringen Sie Vliestapeten an die Wand

Nach einer guten Untergrund-Vorbereitung, die auch bei Vliestapeten wichtig ist, beginnen Sie mit dem Tapezieren. Zeichnen Sie eine senkrechte Linie mit der Wasserwaage für die erste Bahn an die Wand. Nun tragen Sie den Vlieskleber mit einer Rolle oder einer Leimbürste auf die Wand auf. Dabei sollten Sie lediglich eine Fläche einkleistern, die für etwa zwei bis drei Bahnen reicht. Kleistern Sie mehr ein, ist der Leim schon angetrocknet, bevor Sie mit den Tapetenbahnen dort angelangt sind. Die erste Tapetenbahn wird in das Leimbett eingelegt und an dem senkrechten Strich ausgerichtet. Besonders bei Mustern ist es wichtig, dass Sie exakt arbeiten. Eine Streifentapete kommt sonst schnell ins Kippen. Sie können natürlich auch die Tapetenbahnen wie gewohnt einkleistern, wenn Sie mit der Wandklebetechnik nicht zurechtkommen. Dazu tragen Sie den Kleister auf die Vliestapeten und bringen diese sofort, ohne Weichzeit, an die Wand. Mit dem richtigen Kleister ist es auch möglich, die Tapeten mit einem Kleistergerät einzukleistern.

Beim Tapezieren von Vliestapeten benötigen Sie unbedingt Schere, Cuttermesser und ausreichend Klingen, denn Vliestapeten lassen sich nicht reißen. Vliestapeten werden ausschließlich auf Stoß geklebt. Dabei stoßen die Kanten der Tapetenbahnen stumpf aneinander. Heute gibt es kaum noch Tapeten, die überlappend geklebt werden. Leichte Korrekturen lassen sich ausführen, in dem Sie die Tapetenbahnen im Leimbett schieben. Mit einer Tapezierbürste oder einem Tapezierspachtel streichen Sie alle Luftblasen aus der Bahn heraus und drücken diese leicht an.

So einfach lassen sich Vliestapeten abtapezieren

Ein großer Vorteil der Vliestapeten ist die Möglichkeit, sie spielend einfach abzutapezieren. Haben Sie sich für eine hochwertige Vliestapete entschieden, die über einen dicken Vliesträger verfügt, können Sie die Bahnen einfach an einer Seite anfassen und trocken abziehen. Sie müssen die Tapete nicht einweichen oder mühselig mit einer Spachtel abkratzen. Dünne Vliesträger können schon mal beim Abziehen reißen. Es lohnt sich deshalb, zu guten und qualitativ hochwertigen Vliestapeten zu greifen.

Schreibe einen Kommentar

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.