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Ratgeber Tapetenuntergrund – so bereiten Sie die Wände richtig vor

Die Untergrundvorbereitung gehört zu den wichtigsten Schritten beim Tapezieren. Wenn Sie sich an Ihren Tapeten lange erfreuen möchten und alles perfekt sitzen soll, ist ein guter Untergrund das A und O. Wir sagen Ihnen, worauf es beim Untergrund ankommt und wie Sie kleine Mängel problemlos beseitigen können.

  • Einleitung - Ein perfekter Untergrund gehört dazu
  • Untergrund ist nicht gleich Untergrund
    • Die Gipskarton- oder Trockenbauwand
    • Die alte Putzwand
    • Die neue Putzwand
    • Die Betonwand
  • Müssen Sie vor jedem Tapezieren den Untergrund vorbereiten?

Ein perfekter Untergrund gehört dazu

Wer glaubt, Tapeten decken einen unschönen Untergrund einfach ab und sind die einfache Alternative zu Fliesen, Strukturputz und Ähnlichem, der irrt. Für ein perfektes Tapezierbild ist ein gut vorbereiteter Untergrund notwendig. Das war schon immer so und ist noch so. War man einst oft froh, überhaupt etwas an den Wänden zu haben, so haben sich die Ansprüche an den Wohnraum und damit auch an die Wände drastisch geändert. Immer mehr hochwertige Tapeten kommen zum Einsatz, schließlich kommt der Spruch "My Home is my Castle" nicht von ungefähr.

Untergrund ist nicht gleich Untergrund

Jede Wand hat so seine Eigenarten. Nicht jedes Material ist gleich und hat die selben Eigenschaften. Deshalb muss die Untergrundvorbereitung auf den Untergrund angepasst sein. Bevor Sie also mit der Vorbereitung starten, sollten Sie den Untergrund, auf den tapeziert werden soll, genau in Augenschein nehmen. Laut technischen Richtlinien müssen Tapetenuntergründe sauber, tragfähig, saugfähig, glatt, neutral und möglichst gleichmäßig hell (bei reinen Vliestapeten) sein. Dieser Anforderungen sollte die Wand, auf die die Tapete kommt, entsprechen.

Die Gipskarton- oder Trockenbauwand

Trockenbauwände lassen sich relativ einfach tapezieren und bilden fast den perfekten Untergrund für Tapeten aller Art. Bei älteren Wänden sollten Sie prüfen, dass sich keine Risse im Gipskarton oder den gespachtelten Übergängen befinden. Vliestapeten nehmen diese kleine Risse zwar locker, doch Papiertapeten könnten später aufreißen. Spachteln Sie also lieber die Risse zu. Die gespachtelten Übergänge sollten natürlich eben sein und keine Überstände aufweisen. Wichtig bei neuen Trockenbauwänden:
Streichen Sie diese vor dem ersten Tapezieren mit Tiefengrund, dem Sie etwas weiße Farbe zugeben. So haben Sie zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Sie schaffen eine Trennschicht, die wichtig ist, damit Sie später wieder die Tapeten entfernen können und sorgen für einen gleichmäßig hellen Untergrund.

Die alte Putzwand

Wenn Sie im Altbau wohnen, der noch nicht saniert ist, haben Sie verputzte Wände. Meist hat der Putz schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel und schaut dementsprechend aus. Prüfen Sie die Wand auf folgende Mängel:

  • Feuchtigkeit
  • Oberflächenfestigkeit
  • Saugfähigkeit
  • Risse
  • Pilzbefall
  • Ausblühungen

All diese Mängel können später der Grund dafür sein, dass Tapeten nicht halten oder mit dem Untergrund reagieren, was sich meist in Verfärbungen zeigt. Wie Sie die Mängel erkennen und beseitigen, sehen Sie in der folgenden Tabelle.

Prüfung auf Prüfmethode Erkennen Maßnahmen
Feuchtigkeit Augenschein Verfärbungen, feuchte Wände und Wasserränder zeichnen sich auf dem Putz ab. Ursachen beseitigen, was eventuell von einem Fachmann gemacht werden muss.
Oberflächenfestigkeit Kratzprobe mit festem Gegenstand Die Oberfläche lässt sich bei einfachem Druck beschädigen und platzt aus. Lose und nicht tragfähigen Untergründe entfernen und wieder ausbessern. Putz, der absandet, entfernen und Oberfläche verfestigen.
Sinterschichten Anschleifen oder Ankratzen und anschließend Benetzungsprobe mit Wasser durchführen. Im trockenen Zustand glänzen die Oberflächen und weisen eine geringe Saugfähigkeit auf. Bei der Wasserprobe verfärben sich die Kratzspuren dunkel. Entfernen Sie die Schichten manuell oder durch Abschleifen. Eventuell müssen Sie die Schicht fluatieren (Neutralisation durch Auftragen eines Fluats).
Saugfähigkeit Benetzungsprobe mit Wasser Bei sehr starker Saugfähigkeit wird das Wasser schnell aufgenommen und die Wand färbt sich dunkel. Eine unterschiedliche oder starke Saugfähigkeit bei den Untergründen können Sie mit einer Grundbeschichtung beseitigen. Tapetengrund oder Tiefengrund schafft einen guten Untergrund.
Alkalität Wand mit destilliertem Wasser anfeuchten und dann mit Indikatorpapier prüfen. Vergleichen Sie bei einer Farbveränderung das Papier mit der Farbskala um den ph-Wert zu ermitteln. Bei hoher Alkalität kann der Untergrund nicht durch Fluatieren verbessert werden. Lassen Sie den Untergrund trocknen und bekleben Sie ihn mit Rollenmakulatur.
Pilzbefall Augenschein Dunkle Flecken und Bewuchs an der Wand. Stellen Sie die Ursache fest. Eventuell müssen Sie die Stellen chemisch reinigen und nachbehandeln. Für gute Belüftung und Beheizung sorgen.
Risse Augenschein
Je nach Art der Risse und dem Umfang müssen Sie diese verspachteln oder neu putzen. Haarrisse lassen sich mit Vliestapeten überkleben.
Ausblühungen Augenschein Diese kommen meist in Form von weißen Salzen vor. Ursache ist Feuchtigkeit. Stellen Sie die Ursache ab, lassen Sie den Untergrund austrocknen und bürsten Sie die Salze trocken ab.

Die neue Putzwand

Wenn Sie gerade ins neue Heim gezogen sind, kennen Sie die Mängel der alten Putzwand nicht. Trotzdem sind neu verputzte Wände keineswegs perfekt. Sie sollten unbedingt darauf achten, dass die Wände vor dem ersten Tapezieren richtig trocken sind. Und das kann etwas dauern. Sorgen Sie für ausreichend Belüftung. In der kühlen Jahreszeit ist es wichtig, dass die Wände sich richtig erwärmen, um trocknen zu können. Nach dem Trocknen können sich im Putz kleine Haarrisse bilden, die Sie am besten gleich zuspachteln. Vor dem ersten Tapezieren sollte ein Tiefengrund aufgetragen werden. Günstig ist es, diesen mit weißer Farbe zu strecken, damit Sie einen gleichmäßig hellen Untergrund erhalten, der besonders für helle Vliestapeten wichtig ist.

Die Betonwand

Sollten Sie in der umgangssprachlichen Platte wohnen, haben Sie Betonwände. Einen Vorteil haben diese Wände: sie sind auf jeden Fall gerade. Allerdings sind die wenigsten Betonwände ohne Löcher und Schalölreste. Hier müssen Sie Hand anlegen. Die Löcher sollten Sie zuspachteln und die Wand einheitlich hell streichen, da sich sonst die helle Spachtelmasse von der grauen Betonfläche abhebt. Ob sich Schalölreste im Beton befinden, können Sie ganz einfach teste. Sprühen Sie Wasser auf die Wand. Perlt dieses ab, tritt noch Schalöl aus. In diesem Fall müssten Sie die Wand ablaugen. Möchten Sie sich die Mühe ersparen, kann auch Makulaturtapete etwas Schutz bieten.

Müssen Sie vor jedem Tapezieren den Untergrund vorbereiten?

Eine Sichtung sollten Sie vor jedem Tapezieren machen. Nicht jede Arbeit muss aber immer wieder ausgeführt werden. Gerade bei Trockenbauwänden oder Betonwänden genügt es meist, wenn sie einmal richtig bearbeitet und für die Tapeten vorbereitet werden. Sie müssen nicht vor jedem Tapezieren Tiefengrund oder Tapetengrund streichen. Das ist sogar ungünstig, da dies mit der Zeit dem Untergrund die Saugfähigkeit nimmt.
Putz sollten Sie immer wieder prüfen, da sich dieser mit der Zeit sehr verändert. Einmal gut vorbereitet kann Putz ein guter Untergrund für Tapeten sein. Allerdings eben nicht auf Dauer. Deshalb sollten Sie vor jedem neuen Tapezieren schauen, ob neue Risse hinzugekommen sind.
Mit dem gut vorbereiteten Untergrund werden Ihre Tapeten nicht nur bestens halten, sondern auch toll aussehen.

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